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Motocross Enduro Ausgabe 11/2020

Um den November-Blues erst gar nicht aufkommen zu lassen, präsentieren wir euch auch in dieser Ausgabe wieder spannende und interessante Themen. So gibt es nach längerer Abstinenz endlich wieder quer Beet Neues von unserem geliebten Racing zu berichten. Marko Barthel machte sich auf den Weg nach Bielstein, um dort die Yamaha Europe YZ 250 F Launch zu besuchen. Was ihn besonders beeindruckte, erfahrt ihr ab Seite 16. Der Umstieg von einer 85er auf eine 125er ist nicht immer leicht. Um das Thema einmal am „lebenden Objekt“ aufzuzeigen, haben wir uns als Gasttester den 13-jährigen Lucien Weißwange, für den der Umstieg unmittelbar bevorsteht, eingeladen. Ab Seite 26 schildert Lucien, wie er mit der Husqvarna TC 125 zurechtkam. Technik-Experte Marcus Kehr gibt euch ab Seite 36 Tipps, wie ihr die Gabelsimmerringe am professionellsten reinigt.

ENDURO-DM DEM Rehna

ENDURO-DM DEM Rehna SAISONSTART So spät wie nie zuvor startete die Internationale Deutsche Enduro Meisterschaft in die neue Saison. Schuld daran die Pandemie rund um COVID-19, der zu Beginn des Jahres sämtliche DEM-Läufe zum Opfer fielen. Ein halbes Jahr später beherrscht „Corona“ noch immer die weltweiten Schlagzeilen. Doch dass man mit diesem Thema auch vernünftig umgehen und mit einem greifenden, aber nicht überreglementierten Hygiene-Konzept eine derartige Enduro-Veranstaltung stemmen kann, bewies der MC Rehna e.V. im ADAC mit Bravour. So bleibt allen Aktiven und Anwesenden der DEM-Auftakt in erster Linie als großartiges, sportliches Geschehen in Erinnerung. Internationale Deutsche Enduro Meisterschaft (A-Championat): Mit Hamish MacDonald betrat ein neuer Mann die DEM-Bühne, der mit dem letztjährigen Weltmeister-Titel in der EnduroGP Youth-Kategorie sein Können bereits hinlänglich unter Beweis gestellt hat. Der Neuseeländer startete am Ende des DEM-Fahrerfeldes, da er keine Punkte aus dem Vorjahr vorweisen kann, während seine direkten Konkurrenten an der Spitze zirka 15 Minuten vor ihm auf die Strecke gingen. Ein kleiner Vorteil? Vielleicht. Zumindest konnte der Sherco- Werksfahrer in den ersten beiden Tests eine halbe Minute Vorsprung herausfahren. Der einzige der ihm an diesem Tag ernsthaft Paroli bieten konnte, war Davide von Zitzewitz. Ganze drei Bestzeiten rang er dem 21-Jährigen ab, doch dessen Vorsprung aus der ersten Runde konnte der KTM-Fahrer trotz fehlerlosem Ritt nicht wettmachen. Er wurde letztlich souveräner Zweiter. Der amtierende Champion Dennis Schröter konnte diesmal nicht in den Kampf um den Spitzenplatz eingreifen. Vielmehr musste er nach der ersten Runde eine echte Aufholjagd starten, um es überhaupt noch aufs Podium zu schaffen. „Ich war heute irgendwie nicht ganz bei der Sache. Mehr war leider nicht drin. Was die beiden da vorn geboten haben, verdient schon Anerkennung“, zeigt sich der Husqvarna-Fahrer sehr sportlich, der sich zwischenzeitlich auch ein enges Duell mit Edward Hübner lieferte. Der Sachse wurde letztlich undankbarer Vierter. Die Top Fünf in der Championatswertung wurde von Andreas Beier komplettiert. DEM - Klasse E1: Der amtierende Meister Andreas Beier ließ keinen Zweifel daran, wer der Chef in der kleinen Hubraum-Klasse ist. Der mittlerweile achtfache Deutsche Enduro Meister, sieben Titel davon errang er in der E1, nahm bereits im ersten Test seinem ersten Verfolger Yanik Spachmüller zehn Sekunden ab. Auch in den folgenden sieben Prüfungen passierte Beier jeweils als Schnellster die Lichtschranke. So baute der KTM-Fahrer sei- Sherco-Werksfahrer Hamish MacDonald, der neue Mann und das Maß der Dinge in der DM Andreas Beier nen Vorsprung auf fast eineinhalb Minuten aus. Hinter dem Klassenprimus entbrannte hingegen ein heißer Kampf um den 2. Platz. Diesen hatte nach der ersten Runde Yanik Spachmüller inne, gefolgt von Tristan Hanak und Robert Riedel. Das Trio lag weniger als fünf Sekunden auseinander! Riedel kam im Laufe des Rennens immer besser in Tritt und arbeitete sich letztlich bis an die 2. Stelle vor. Rang 3 ging an einen sichtlich unzufriedenen Spachmüller, der unter anderem einen gröberen Abflug zu verdauen hatte. „Ich bin in der Sonderprüfung durch die Apfelplantage an einem Baum hängengeblieben. Da hat es mich richtig vom Motorrad gezogen. Danach war mir auch leicht schwindelig. Ohnehin fiel es mir über den ganzen Tag ungewöhnlich schwer, konzentriert zu bleiben“, so das Statement des KTM-Fahrers. DEM - Klasse E2: Wie im Championat ging der Klassensieg an Hamish MacDonald, während Davide von Zitzewitz den 2. Platz belegte. Da der Neuseeländer aber keine DMSB-Lizenz besitzt, gehen die 25 Meisterschaftspunkte für den Tagesbesten an den KTM-Fahrer. Herausforderer Edward Hübner musste sich mit Tagesrang 3 begnügen, war aber dennoch kei- Dennis Schröter neswegs unzufrieden. „Es war grundlegend ein guter Tag für mich, ich bin nicht gestürzt und solide gefahren. Im Championat hatte ich zudem mit Dennis Schröter einen schönen Kampf um Rang 3“, gab der KTM-Fahrer kurz nach der Zielankunft zu Protokoll. DEM - Klasse E3: Auch wenn Dennis Schröter in Rehna nicht so dominant wie gewohnt auftrat, für einen souveränen Tagessieg reichte es dennoch. Lediglich eine Bestzeit musste er an die Konkurrenz abtreten. Hinter dem Husqvarnafahrer reihte sich Lokalmatador Björn Feldt auf 2. Position ein. Platz 3 ging an Tim Apolle, der sich nach seinem Karriereschritt hin zum Super- und Extrem-Enduro, wieder einmal beim klassischen Enduro versuchte. DEM - Junioren: Top Fünf war das Ziel und dann stand er doch ganz oben! Noah Wenz, letztjähriger Gewinner des B-Championats konnte sein Glück kaum fassen. „Ich bin wirklich überrascht. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass es so gut für mich läuft. Gleich den Sieg einzufahren ist schon toll.“ Rang 2 ging an Kevin Nieschalk. Dritter wurde der letztjährige Enduro-Jugend-Cup-Gewinner Lane Heims, dem damit ein gelungener Einstand bei den Junioren gelang. 40 MOTOCROSS ENDURO

Noah Wenz DEM Burg MACDONALD das Maß der DINGE Mit zwei Jahren Verspätung fand nun endlich die 25. Int. ADAC-Geländefahrt in Burg statt. Diesmal war die Waldbrandgefahr glücklicherweise kein Thema. Dennoch musste die Veranstaltervereinigung MSC Munster e.V. im ADAC und MSC Burg e.V. im ADAC so manch anderen dicken Stein aus dem Weg räumen. Und davon gibt es in diesem verrückten Corona-Jahr reichlich. Trotz allem wurde in Burg toller Endurosport geboten. Drei lange Prüfungen mit unterschiedlicher Charakteristik, die sich über die Tage immer weiter ausfuhren, forderten die Fahrer, wie es sich für eine echte Geländefahrt gehört. Internationale Deutsche Enduro Meisterschaft (A-Championat): Aktuell schwimmt Hamish MacDonald auf einer wahren Erfolgswelle. Erst in der Woche zuvor jubelte der 21-Jährige im italienischen Spoleto über seinen ersten WM- Sieg bei den Junioren. Nun folgten auch in Burg zwei weitere Tagessiege, womit er zur Halbzeit der Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft seine Favoritenstelle eindrucksvoll untermauerte. Doch ganz so einfach war es dann doch nicht, wie er zugibt. „Am ersten Tag musste ich mich zunächst noch etwas herantasten“, berichtet der Neuseeländer, „aber ab der zweiten Runde konnte ich dann in den Prüfungen richtige schöne Linien fahren. Nur einmal bin ich im Enduro-Test gecrasht, dennoch war meine Zeit okay. Am zweiten Tag kam ich zunächst nicht so recht in Gang, da war ich einfach zu langsam. Zum Glück habe ich dann schnell wieder in meinen Rhythmus gefunden.“ Der Einzige der Hamish MacDonald wirklich auf den Fersen bleiben konnte war Dennis Schröter. In Burg drehte der Routinier in seiner bestens bekannten Art und Weise am Gasgriff. Am Sonntag blieb Schröter zumindest in den ersten beiden Runden auf Tuchfühlung zum Neuseeländer. „Aber am Ende lief gar nichts mehr, da war ich vom Kopf her platt. Dennoch, es war ein richtig guter Tag“, freut sich der amtierende Champion. Klar die dritte Kraft an beiden Tagen war Davide von Zitzewitz. Für den zweiten Tag nahm er eine andere Einstellung an seinem Motorrad vor, von der er sich mehr Erfolg versprach. „Das war die richtige Entscheidung. Ich habe mich wirklich wohler gefühlt. Allerdings waren die anderen beiden da vorn auch eine Klasse für sich, dass muss man fair anerkennen“, so ein bestens gelaunten Davide von Zitzewitz. DEM - Klasse E1: Als der große Gewinner des Wochenendes ging Robert Riedel hervor. Schon am Samstag hatte der großgewachsene KTM-Fahrer riesigen Grund zur Freude, denn er feierte seinen ersten DEM-Tagessieg. Und am Sonntag machte er von Beginn an so weiter, wie er tags zuvor aufgehört hatte. „Auch da lief es von Anfang an richtig gut“, freut sich Robert Riedel, „gleich den zweiten Sieg nachzulegen ist natürlich super. Ich bin sehr zufrieden.“ Damit übernimmt der 26-Jährige auch die Führung in der Meisterschaft. Der bisherige Spitzenreiter Andreas Beier erwischte hingegen ein fürchterliches Wochenende. Schon am ersten Fahrtag tat er sich ungewohnt schwer. „Es lief nichts zusammen. Ich habe keinen Fluss, keinen Schwung gefunden, war keine Einheit mit meinem Motorrad. Es ist schwierig zu erklären“, zeigt sich der amtierende Meister ratlos, der dennoch Rang 2 vor Yanik Spachmüller rettete. Am nächsten Tag dann sogar das vorzeitige Aus, als er wegen gesundheitlichen Problemen, sein Motorrad vorzeitig abstellte: „Ich war vollkommen neben der Spur und irgendwie überhaupt nicht anwesend. Es hatte keinen Sinn, unter diesen Umständen weiterzufahren.“ Somit kletterte Spachmüller nach Rang 3 am ersten Tag nun als Zweiter auf das Podium. Und noch einer hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Tristan Hanak, Lokalmatador aus Burg, stand zum ersten Mal in der E1 auf dem Podest. DEM - Klasse E2: Beide Tagessiege gingen zwar an Hamish MacDonald, doch Davide von Zitzewitz strich als Zweiter beide Male die volle Punktzahl für die Meisterschaft ein. Damit liegt der KTM-Fahrer voll im Plan. Luca Fischeder platzierte sich an beiden Tagen auf Rang 3. DEM - Klasse E3: In der Klasse konnte erneut niemand Dennis Schröter das Wasser reichen, zu gut war der Titelverteidiger aufgelegt. Das musste auch Björn Feldt anerkennen, der zwar beide Tage auf Rang 2 beendete, aber nicht wirklich zufrieden war. „Die Platzierung ist okay. Aber immer um die drei Minuten ist nicht das, was Dennis mir abnehmen sollte“, zeigt sich der KTM-Fahrer doch ein wenig niedergeschlagen. Dafür war auf dem 3. Platz die Laune bestens. Benjamin Meusel findet immer mehr in den Endurosport hinein, wie er selbst zugibt und seine beiden 3. Tagesränge dies auch eindrucksvoll untermauern. „Das Ergebnis hat mich schon fast ein wenig überrascht, da ich überhaupt kein Sandfahrer bin. Eigentlich fahre ich auf solchem Terrain immer nur im Rennen“, lachte der GasGas-Fahrer, der sich damit auch auf den 3. Platz in der Meisterschaft vorgearbeitet hatte. DEM - Junioren: Noah Wenz ist derzeit der Mann der Stunde! Nach seinem Tagessieg in Rehna ließ er nun in Burg zwei weitere folgen. „Es war ein richtig gutes Wochenende. Am Anfang bin ich etwas langsam reingekommen. Doch dann konnte ich gut Meter machen. Je zerfahrener die Strecke wurde, desto wohler habe ich mich gefühlt. Es war schon sehr zermürbend und Kräfte zehrend, da kam mir meine GCC-Vergangenheit doch ein wenig zugute“, strahlt der Husqvarnafahrer, der sich mit diesem Erfolg an der Tabellenspitze schon etwas gegenüber der Konkurrenz absetzte. Das hat aber auch damit zu tun, dass sich die Konkurrenten dahinter gegenseitig die Punkte wegnehmen. So lautete das Ranking des ersten Tages auf den Plätzen 2 bis 5: Oskar Wolff, Lane Heims, Kevin Nieschalk und Maximilian Müller, während am zweiten Nieschalk, vor Wolff, Müller und Heims die Platzierungen abermals durchgemischt wurden. • Text u. Fotos: Peter Teichmann/enduro-dm.de Alle Ergebnisse und Stände unter: WWW.ENDURO-DM.DE MOTOCROSS ENDURO 41

Motocross Enduro / Ausgaben 2014-2020

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